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»Das Gehirn befindet sich in einem Lernprozess«

  • Claudia Christine Wolf
  • 7. Juli
  • 1 Min. Lesezeit

Stirbt ein nahestehender Mensch, kann sich das wie der Verlust eines Teils des Selbst anfühlen. Warum das nicht nur eine Metapher ist, erklärt die Neurowissenschaftlerin Mary-Frances O'Connor im Interview.


Interview: Claudia Christine Wolf


Frau Professorin O'Connor, wer einen nahestehenden Menschen verloren hat, glaubt manchmal, ihn in seiner Nähe zu spüren, zu hören oder gar zu sehen. Spielt das Gehirn da verrückt? So etwas kommt bei Trauernden häufig vor und bedeutet nicht, dass man den Verstand verliert. Das Gehirn muss noch lernen, die Abwesenheit desjenigen vorherzusagen.


Warum ist es so schwer zu begreifen, dass eine geliebte Person nicht mehr existiert? Man hat oft das Gefühl, sie müsste jeden Moment durch die Tür kommen. Vieles ist noch unerforscht. Doch ich habe eine Theorie aufgestellt. Demnach sind Verstorbene für unser Gehirn zeitgleich tot und unvergänglich. Wir stellen uns dieses Organ oft als Einheit vor. Aber das stimmt nicht. Es besteht aus zahlreichen Subsystemen, die unterschiedliche, teils widersprüchliche Signale senden. Wenn jemand gestorben ist, treffen zwei gegensätzliche Informationsströme aufeinander. Einerseits ist da das Gedächtnis: Wir erinnern uns beispielsweise an die Beerdigung oder wie wir am Krankenbett saßen. Auf einer kognitiven Ebene wissen wir, dass etwa unser Ehemann oder unsere Mutter nicht mehr lebt. Andererseits spielt das Bindungssystem eine Rolle. Dieses lässt uns fest daran glauben, dass unsere Liebsten irgendwo da draußen sind, auch wenn wir sie gerade nicht sehen oder hören ...


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Claudia Christine Wolf

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